15.01.2024 – Kategorie: Digitale Gesundheitslösungen

DiGA-Report: „Stetiges Wachstum trotz systemischer Hürden“

Der vom GKV-Spitzenverband vorgelegte aktuelle Bericht zur Inanspruchnahme von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) zeigt nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) das große Potenzial zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

Der vom GKV-Spitzenverband vorgelegte aktuelle Bericht zur Inanspruchnahme von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) zeigt nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) das große Potenzial zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch DiGA, aber auch die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung der DiGA-Regelungen. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können seit zwei Jahren von Ärzten verschrieben werden. „Mit inzwischen 50 gelisteten DiGA im BfArM-Verzeichnis werden zahlreiche Indikationen adressiert. Die Zahl der eingelösten Codes ist kontinuierlich gestiegen. Die Ausgaben von 67,5 Millionen Euro im Zeitraum eines Jahres machen jedoch nicht mal ein Promille der GKV-Gesamtausgaben aus. Die Einbindung der DiGA in Versorgungsstrukturen läuft aufgrund der gesetzlichen Regelungen weiterhin schleppend“, fasst BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov zusammen. So erschweren beispielsweise die Vorgaben im BfArM-Leitfaden den Herstellern neue Lösungen anzubieten.

Mehr DiGA-Verordnungen führen zu höheren Ausgaben

Der Bericht des GKV-SV zeigt, dass DiGA von Versicherten gern und zahlreich in Anspruch genommen werden. Viele Fachärzte verordnen die mittlerweile 50 gelisteten DiGA in verschiedenen Indikationsbereichen. Dabei schätzen vor allem Frauen die digitalen Angebote. Mehr Verordnungen führen auch zu höheren Ausgaben für DiGA, wobei die vorhandenen Instrumente der Kostensenkung – Höchstbeträge und Vergütungsbetragsverhandlungen – den Preisanstieg auch klar begrenzen.

Während der GKV-SV die Ausweitung der DiGA auf digitale Medizinprodukte der Risikoklasse IIb im Digitalgesetz (DigiG) eher kritisch kommentiert, befürwortet der BVMed diese Möglichkeit als wichtigen Schritt. Die vorgesehene Ausweitung auf Medizinprodukte der Klasse IIb sei alleine aber nicht ausreichend, um beispielsweise ein effektives Telemonitoring sicherzustellen.

„Hierfür müsste der Weg in die Dauervergütung bei einer entsprechenden Grunderkrankung für DiGA frei gemacht werden.“

BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov

Zudem sieht der BVMed die Gefahr, dass die derzeit diskutierten neuen Vorgaben das bisherige deutsche Vorbildmodell belasten könnten. „Die im Digitalgesetz vorgeschlagenen Anpassungen führen zu maßgeblichen Änderungen der DiGA selbst. Damit besteht für Hersteller eine immer größer werdende Planungsunsicherheit, auch durch die steigende Komplexität der Gesetzgebungsinhalte, was am Ende zu Mehraufwänden bei den Herstellern führt“, so die BVMed-Digitalexpertin.

Eine ausführliche Stellungnahme des BVMed zum Digitalgesetz und zur DiGA-Weiterentwicklung kann unter www.bvmed.de/positionen heruntergeladen werden.

Natalie Gladkov

Lesen Sie auch: DMEA-Nachwuchspreis: Innovative Digital-Health-Ideen gesucht


Teilen Sie die Meldung „DiGA-Report: „Stetiges Wachstum trotz systemischer Hürden““ mit Ihren Kontakten:


Scroll to Top